January 21, 2007 2:37 AM

The Cosmic Computer

Schöne neue Welt - Das Konzept eines Galaktischen Imperiums dürfte dank StarWars nicht nur eingefleischten Science-Fiction-LeserInnen bekannt sein. Die meisten Darstellungen in Film und Roman, StarWars nicht ausgenommen, beziehen sich wahrscheinlich auf Isaac Asimovs Foundation-Serie, dessen erste Bände in den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts erschienen, jedenfalls kommt mir das so vor.
In vielen dieser Reinkarnationen, die alle eine große Ähnlichkeit mit dem Römischen Imperium aufweisen, droht die vereinigte, meist zentralistisch regierte Galaxie zu zersplittern und ihre technologischen Errungenschaften in Vergessenheit zu geraten. In der Regel verliert das Bündnis durch seinen monströsen, bürokratischen Regierungs-Apparat (in Form eines ganzen Planeten) die Fähigkeit zur Anpassung auf neuartige Bedrohungen und geht in einem Bürgerkrieg unter.
Auch das Original von Asimov widmet einige Kapitel dem Schicksal randst¨ndiger Planeten, die zu erst das Wissen über Hochtechnologie verlieren, auf die Landwirtschaft als Haupteinnahmequelle zurück fallen und dessen Infrastruktur von lokalen Warlords als Rohstoff, den es zu recyclen gilt, geplündert wird. Weitaus drastischer als im Original ist die Schilderung dieser Ereignisse jedoch in Harry Harrisons Roman Bill, der galatische Held aus dem Jahre 1965, in dem die Geschichte allerdings satirisch betrachtet wird und auch viele andere Science-Fiction-Klassiker auf die Schippe nimmt, und H. Beam Pipers The Cosmic Computer, 1963, Teil der Terro-Human Future History-Reihe.
Besondere Aufmerksamkeit möchte ich The Cosmic Computer zukommen lassen, da das Copyright dieses Textes nicht erneuert wurde und sich deshalb in die Public Domain übergegangen ist (Dies bezieht sich auf die USA! Es ist zwar unwahrscheinlich, daß sich hierzulande jemand für die Rechte interessiert, aber nicht unmöglich!). The Cosmic Computer spielt auf Poictesme, dem "Junkyard Planet", dessen Bewohner hauptsächlich Melonen anbauen, die zu Branntwein verarbeitet werden, der zwar anderswo geschätzt, aber mangels eigener Transportmöglichkeit nicht selbst exportiert werden können, sondern von Händlern aus anderen Systemen zu Dumping-Preisen angekauft werden.
Eine andere Einnahmequelle für die wohlgemerkt bessere Gesellschaft der kleinen, kaum vernetzten Städte - der Rest der Bevölkerung besteht entweder aus Hunger Leidenden, die überall hin pilgern, wo es Arbeit oder etwas zu stehlen gibt, oder aus bewaffneten Piraten, gegen die sich die Siedlungen aus eigener Kraft verteidigen müssen - ist die Demontage der über den gesamten Planeten verstreuten, verlassenen militärischen Einrichtungen, die die galaktische Föderation nach Ende des Krieges dem Schicksal überlassen hat. Die Zivilisation auf Poictesme ist auf dem Rückzug: Das Geld ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist, die Infrastruktur verfällt, Bürgerwehren halten die öffentliche Ordnung aufrecht, die Regierung ist einzig an ihrem eigenen Fortbestand interessiert, es herrscht Endzeitstimmung..
Das Einzige, das der Bevölkerung einen gewissen Rückhalt bietet, ist ihr beinahe religiöse Glaube daran, daß sich irgendwo auf dem Planeten ein Super-Computer befindet, der ihnen wie der Deus ex machina den Weg in eine glorreiche Zunkunft weisen wird, sofern er aufgespürt werden kann. Aus diesem Grund finanziert die Gemeinschaft dem jungen Conn Maxwell das Studium auf dem Planeten Terra.
Als Conn jedoch nach 6 Jahren nach Poictesme zurück kehrt, hat er nicht die allerbesten Nachrichten im Gepäck - Er hat jedoch einen gewissen Plan ausgearbeitet... Wie der aussieht, können sich die Bürger der Neuen Welt seit kurzem auf dem MP3-Player ihrer Wahl anhören, denn das LibriVox-Projekt hat kürzlich eine ziemlich gute Audio-Aufnahme des Buches veröffentlicht (man sollte sich allerdings nicht vor einem moderaten amerikanischen Akzent scheuen). LibriVox-Release Notes: The Cosmic Computer
LibriVox-Katalog (Fiction) mit vielen anderen interessanten Werken, deren Autoren schon länger als 70 Jahre verstorben sind.

Author: nille | Permalink | Category: txt | Comments: (0)

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